Business Szenario


11.05.2011 14:59    talk talk talk: 0    : Deutsch      atom-ausstieg  erneuerbare energien  green economy  

 

Atom-Ausstieg mit Konsens und Cash

 

Der Markt

 

Weltweit generieren 442 Atomkraftanlagen in 30 Ländern zusammen 375 GW Leistung. Zusätzlich werden in 16 Ländern weitere 65 Atomkraftwerke gebaut, die noch einmal 63 GW liefern sollen. China baut derzeit 27 AKWs und Russland 11. Das Land mit den meisten Kernkraftwerken sind die USA mit 104 Anlagen; sie liegen damit weit vor Frankreich (58) und Japan (48 bei Einrechnung der zerstörten Anlage in Fukushima). Ca. 212 Anlagen sind älter als 30 Jahre und es gibt keine verlässlichen Gutachten, die besagen, wie lange diese Atomanlagen noch sicher zu betreiben sind. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat hier die Initiative ergriffen und angeordnet, dass alle Anlagen, die älter als 30 Jahre sind, bis auf weiteres aus dem Betrieb genommen werden. In der Europäischen Union arbeiteten 2010 noch 143 Anlagen, zum Höhepunkt des Atomzeitalters 1989 waren es noch 177.

 

 

Bereits vor dem Super-GAU in Fukushima befand sich die Atomenergie auf dem Rückzug. Litauen und Italien sind komplett aus der Kernenergie ausgestiegen, während Finnland bedauert, dass der Bau der 1,6-Gigawatt-Anlage von Frankreich (AREVA) und Deutschland (Siemens) bereits um 5 Jahre verzögert ist und deren Kosten bereits um 70 Prozent überzogen sind. Allein die Verzögerungen bedeuten für die Verbraucher eine jährliche Zusatzlast von 1,3 Milliarden Euro, abgesehen von den gestiegenen Kapitalkosten. Die letzte von Georgia Power georderte Anlage wird auf 17 Milliarden Dollar veranschlagt. Die Investitionskosten pro Kilowattstunde lagen vor dem 11. März 2011 bei geschätzten 7.000 Dollar, doch es ist gut möglich, dass diese Kosten durch zusätzliche Sicherheitsbestimmungen noch auf 10.000 Dollar pro kWh steigen. Berechnungen zufolge können neu gebaute AKWs die Grundstromversorgung mit 5,9 Cent pro kWh sichern. Wenn jedoch sämtliche Subventionen, Abschreibungsvorteile, Versicherungsprämien, finanzielle Unterstützungen sowie Kosten für die Endlagerung eingerechnet werden, ergäben sich bis zu 25 oder sogar 30 Cent pro kWh. Atomenergie genießt nicht nur eine von der Gesellschaft übernommene Haftungsbeschränkung, sondern ist obendrein nicht einmal wettbewerbsfähig.

 

Daher überrascht es nicht, dass trotz massiver Subventionen und Rechtsschutz im Jahr 2010 die installierte Kapazität in erneuerbaren Energien allein durch Windkraft (193 GW), Müllverbrennung (65 GW), Wasserkraft (80 GW) und Solarenergie (43 GW) die der Kernkraft (375 GW) übertraf; dies alles noch bevor die Trilogie der Katastrophen in Japan bewies, dass das Unmögliche passieren kann. Da nun die Küsten des Pazifischen und Indischen Ozeans nicht mehr für neue Atomkraftprojekte in Betracht kommen, bleibt die Frage, wie die Welt in Zukunft erneuerbare und bezahlbare Energie erzeugen will?

 

 

Weiter zu Teil 2

Zurück zur Kurzfassung

 

talk talk talk


Sortiere nach: 
Pro Seite: 
 
  • Bis jetzt keine Kommentare

Twitter News



*(notwendig)

Atom-Ausstieg - Teil 1 (Der Markt)

Copyright © 2012 Konvergenta InterZero and ZERI Germany e.V. Part of the worldwide group of Zero Emissions Research and Initiatives