Farbe ohne Pigmente
Weniger giftig, energiesparend, reduziert Bergbau und schafft neue Industrien
Der Markt
Der Weltmarkt für Farbpigmente und Färbungen wird gegenwärtig auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. China ist nunmehr weltgrößter Hersteller. Der größte Abnehmer ist die Textilindustrie, während die Nachfrage vor allem bei Druckertinten steigt, da in jedem Haushalt mittlerweile Farbdrucker angeschafft werden. Marktführer wie Clarian, Dainippon, Ciba Specialty Chemicals und BASF bieten mehr als 5000 Sorten Farbe für die verschiedensten Produkte an: Lebensmittel, Papier, Plastikmaterialien, Malfarben, Kosmetik, Stifte, Seifen und Keramik.

Titandioxid ist das am meisten verkaufte Pigment und als Weißfarbstoff weltweit am weitesten verbreitet. Der Stoff wird entweder mit Schwefelsäure oder Chlor hergestellt. Das Titan selbst wird im Bergbau gewonnen und bei Temperaturen über 2000°C verarbeitet. Die Hersteller stehen vor einer weiteren Herausforderung: der Müllentsorgung. Jede Tonne Pigment verursacht vier bis zwölf Tonnen Abfälle einschließlich des giftigen Eisenclorids. Die Industrie musste die Herstellungsformeln und -methoden bereits stark modifizieren, da die Regierungen begannen, giftige Farbpigmente auf Blei- und Kadmiumbasis zu verbieten und strikter wurden in der Forderung von finalen Müllentsorgungsverfahren.
Die Verbraucher von Farbstoffen mussten sich den neuen Regulierungen anpassen. Die berühmte gelbe Pennzoil-Flasche war auf Bleibasis hergestellt. Während dieser hellgelbe Farbstoff 1,00 bis 1,50 US-Dollar das Pfund kostete, liegt die organische Alternative bei 30 Dollar pro Pfund. So wurde das giftige Gelb nach und nach durch einen neuen, weniger intensiven und ungiftigeren Stoff ersetzt. Caterpillar, der Hersteller von schwerem Gerät, der weltweit auf den Straßen für seine gelben Bagger bekannt ist, hat seine Firmenfarbe ebenfalls auf ein weniger intensives Gelb umgestellt, nachdem die Preise für Farbpigmente bedingt duch gesetzliche Auflagen dramatisch angestiegen waren. Gleichzeitig entstanden neue, weniger kostensensible Märkte, insbesondere auf dem Gebiet von Druckertinten. Dem Magazin PC World zufolge ist eine Viertelunze Tinte in einer Farbpatrone ihrem Gewicht nach teurer als importierter russischer Kaviar. So überrascht es nicht, dass Drucker fast geschenkt angeboten werden, um Kunden den Bezug von Farbe bei einem exklusiven Anbieter aufzuzwingen.










