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Die Aquakultur ist gegenwärtig die weltweit am schnellsten wachsende Zuchtkultur mit einer durchschnittlichen weltweiten Wachstumsrate von 6 bis 8 Prozent. Sie erreichte 2009 einen Gesamtumsatz von 86 Milliarden US-Dollar. Während der Fischfang auf der Welt auf 100 Millionen Tonnen geschätzt wird und seit zehn Jahren gleich bleibt, liefert die Aquakultur mittlerweile zusätzlich 45,5 Millionen Tonnen Fisch. China produziert 70 Prozent aller Zuchtfische. Alle Länder, die über eine Million Tonnen Fisch produzieren, liegen in Asien (China, Indien, Vietnam, Thailand und Indonesien). Der Ertrag der Fischfarmen ist seit dem Jahr 2000 um 30 Prozent angestiegen, dabei hauptsächlich durch das Wachstum in Asien und Lateinamerika, vor allem Chile. In Europa gibt es einen Trend zum Konsum von Fisch und Meeresfrüchten; so dass die Europäische Union bereits einen Anteil von 60 Prozent der Weltimporte für Fisch und Schalentiere trägt.



Aquaponic, eine Kombination aus Fischzucht und wasserbasierter Gemüsezucht, steckt zwar noch in den Kinderschuhen, stellt aber bereits die Nische mit dem größten Wachstum in der Branche der Aquakultur dar. Diese Technik bietet die Möglichkeit der Produktion von Proteinen in wasserarmen Regionen wie Städten und Trockengebieten. Die symbiotische Beziehung zwischen Fischen und Pflanzen nutzt Fischabfälle als Nährstoff für Pflanzen, die das Wasser filtern. Pflanzenabfälle werden zur Zucht von Regenwürmern genutzt, die wiederum zu Fischfutter werden. Ein Kilogramm Fisch produziert 50 Kilogramm Gemüse und noch einmal 0,8 Kilogramm Fisch: eine höchst effiziente Umwandlung. Aquaponic verbraucht zwischen 80 und 90 Prozent weniger Wasser als die traditionelle Fisch- bzw. Gemüsekultur.


Australien ist derzeit führend in der so genannten Hinterhof-Hydrokultur. Eine Firma des selben Namens verkauft 300 Einheiten pro Jahr und ermöglicht die Zucht von chemiefreiem Fisch und Gemüse auf eigenem Grund und Boden. 2500 Jahre vor Christus erfanden die Chinesen die Fischzucht; auf Hawai’i wurden bereits vor 1000 Jahren Fische gezüchtet. Die Azteken nutzten Aquaponic etwa zur gleichen Zeit zur Sicherung der Ernährung in der Hauptstadtregion. In den USA sind Aquakultur und Aquaponic noch Neuland, doch die Techniken werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit schnell verbreiten.

 

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