Saubere Seife
Der Markt
Der Weltmarkt für Seifen und Reinigungsmittel wird auf 38 Milliarden US-Dollar geschätzt; dies entspricht einer Produktmenge von 35 Millionen. Es handelt sich hier um ein stark konzentriertes Geschäftsfeld, auf dem 50 Firmen 90 Prozent des Marktanteils halten. Obwohl dieser Sektor keine Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich hervorbringt, expandiert er weiter in Industrie- sowie Entwicklungsländern um stabile 1-3 Prozent pro Jahr. 40 Prozent des Markts entfallen auf Waschmittel, 20 Prozent auf Seifen und 15 Prozent auf Geschirrspülmittel. Die Seifen- und Waschmittelgeschäfte werden auch als die „Geländewagen“ der Konsumartikel bezeichnet: veraltet, verschwenderisch und teuer für den Konsumenten, aber profitabel für die Hersteller.

Seife war traditionell teuer und wurde nur von reichen Menschen benutzt, bis der französische Chemiker Nicolas Leblanc eine billige Methode der Seifenherstellung aus Salz entdeckte. Über Jahrhunderte war Olivenöl, das in Frankreich, Spanien und Italien weit verbreitet war, der Hauptbestandteil. Im 19. Jahrhundert wurde das Olivenöl nach und nach durch Palmöl ersetzt. Als erste produzierten die Deutschen synthetische Reinigungsmittel aus Steinkohleteer ab 1916, und in den 1950er-Jahren wurde die Industrie von Erdölderivaten dominiert. Die Industrie ist kapitalintensiv und der Umsatz pro Arbeiter und Jahr beträgt etwa 700 000 Dollar. Der Trend zur Automatisierung bewirkte, dass in der Seifenindustrie immer weniger Arbeitskräfte benötigt wurden. So konnten im vergangenen Jahrzehnt die US-amerikanischen Hersteller von Seifen und Reinigungsmitteln ihre Umsätze um 18 Prozent erhöhen und gleichzeitig 28 Prozent ihrer Arbeitskräfte einsparen.
Das Marktsegment ist weit verzweigt: ein normaler Supermarkt bietet 40 verschiedene Waschmittel in Flüssig- und Pulverform an. Die Industrie unterliegt einem ständigen Wandel. Obwohl erst zur Jahrtausendwende eingeführt, übertreffen flüssige Waschmittel alle anderen Reinigungsmittel in einem Verhältnis von 4 zu 1. Dies ist bemerkenswert, da Flüssigwaschmittel generell mehr kosten als Pulver und so profitabler bei langsam wachsendem Markt sind.










