Seide statt Titan
Schafft Humusboden, vergrößert Landbaugebiete, reduziert Bergbau und Energieverbrauch
Der Markt
Der Weltmarkt für biologisch verträgliche Polymere wird auf weltweit 10 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dem deutschen Nova-Institut zufolge wächst die Nachfrage nach Bio-Kunst- und Verbundstoffen im zweistelligen Zahlenbereich trotz der Wirtschaftskrise. Polymere auf Erdölbasis haben fast alle natürlichen Alternativen verdrängt und Metalle ersetzt. Die Einführung von speziellen Plastikmaterialien haben bei Elektroartikeln und Transportmitteln Kosten reduziert. Natürliche Polymere haben treue Kundschaft und sogar einen wachsenden Marktanteil. Jedoch konkurrieren Kunststoffe aus Maisstärke mit der Nahrungsmittelproduktion, Baumwolle hat einen hohen Verbrauch an Wasser und Pestiziden und bei der Produktion von Zellophan aus Zellulose wird Schwefelsäure benötigt. Diese Beispiele zeigen, dass Polymere aus erneuerbaren Rohstoffen nicht unbedingt nachhaltig produziert werden können.

Seide ist historisch gesehen der erste industriell hergestellte Kunststoff auf dem Markt. Die Weltproduktion an Seide lag um 1900 bei über einer Million Tonnen pro Jahr; ein Jahrhundert später jedoch war sie auf 90.000 Tonnen gesunken, was einen Abbau von schätzungsweise 25 Millionen Arbeitsplätzen in Landgebieten bedeutet. Anbau- und Verarbeitungsindustrie von Seide zerfielen erst in China, dann in Indien, Persien, der Türkei und Italien. Nur einige wenige Luxusgüter wie Krawatten von Hermès überlebten auf dem Markt, indem sie zu Qualitätsmarken wurden.










