Solarenergie ohne Subventionen
Der Markt
Die Photovoltaik-Industrie hat im Jahr 2010 82 Milliarden US-Dollar Umsätze gemacht, was einer Verdopplung des Geldwerts in einem einzigen Jahr entspricht. Neue Photovoltaik-Anlagen erreichten 2010 einen neuen Rekordwert von 18,2 Gigawatt Strom, ein Wachstum um fast 140 Prozent über die letzten 12 Monate. Mit 14,7 GW stellt Europa 81 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Photovoltaik, angeführt von Deutschland, Italien und der Tschechischen Republik. Danach folgen Japan und die USA. Ein solch rasantes Wachstum erfordert Kapital. Die Firmen, die Teil der Lieferkette für Photovoltaik sind, haben erfolgreich 10 Milliarden US-Dollar über Eigen- und Fremdkapital gestellt. Infolgedessen konnte die Produktionskapazität von 9,9 GW für 2009 auf 20,5 GW für 2010 ausgebaut werden, wobei die Dünnschichtverfahren bereits 13,5 Prozent der Gesamt-Produktionsmenge ausmachen. China und Taiwan produzieren fast 60 Prozent des globalen Gesamtvolumens. Suntech Power in Wuxi (China) ist der weltgrößte Hersteller.
Die deutsche Regierung ist der größte Markt für Photovoltaik und steigerte sich im Rekordjahr 2010 um 7 GW auf 17 GW. Dies entspricht 17 großen Kraftwerken mit 130 000 Arbeitsplätzen bei Subventionskosten in Höhe von 9 Milliarden Dollar, fast 1,3 Milliarden pro Gigawatt und 70 Milliarden Euro pro Arbeitsplatz. Zur Schaffung von Anreizen wurden im Jahr 2000 durch das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz Einspeisungstarife über Marktwert für 20 Jahre ab Installation garantiert. Diese großzügige Unterstützung trug dazu bei, die Kosten für Photovoltaik zu senken. Die Preise für Siliziummodule fielen 2009 um 38 Prozent und 2010 noch einmal um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da die Nachfrage in Asien und Nordamerika steigt, rechnet man damit, dass die Herstellerpreise über die nächsten fünf Jahre noch einmal um 50 Prozent unter das Niveau von 2010 fallen werden.

Greenpeace zufolge erhielt die Fossilbrennstoffindustrie der G-20-Mitgliedsstaaten letztes Jahr schätzungsweise 100 Milliarden US-Dollar an Zuwendungen. Fossile Brennstoffe und Atomkraft haben über Jahrzehnte großzügige Unterstützungen erhalten. Seit 1965 wird in Deutschland Kohle subventioniert, Solarenergie hingegen wird erst seit einem Jahrzehnt mit Steuermitteln gefördert. Doch die jährlichen Subventionen für Kohle wurden in Deutschland 2010 auf 2 Milliarden Euro begrenzt und die Regierung verabschiedete die schrittweise Einstellung aller Subventionszahlungen bis 2018. Die deutschen Subventionen für erneuerbare Energien (Wind, Sonne, Biogas, usw.) beliefen sich auf 17,9 Milliarden Dollar. Somit bekommen die erneuerbaren Energien klar den größeren Teil der Zuwendungen.










