nachhaltige Berichte


   
Trotz aller Anstrengungen zugunsten einer Grünen Wirtschaft gehen wir einfach noch nicht weit genug.

Gunter Pauli - 19.07.2011
 
Trotz aller Anstrengungen zugunsten einer Grünen Wirtschaft gehen wir einfach noch nicht weit genug. Immer noch ist Grün eine Nische – und solange Grüne Energie teurer ist und ungesunde Produkte viel billiger, wird es auch eine Nische bleiben.

Ich schließe daraus, dass wir es noch viel besser machen müssen, daher habe ich einmal skizziert, wie und mit welchem Portfolio an innovativen Technologien die Energie aus Kernspaltung, Kohle und Erdöl übertroffen werden kann – sogar ohne Subventionen.

Dies sind Technologien, die die deutsche Bundesregierung bereits in Betracht gezogen hat, als die Große Koalition den Atom-Ausstieg für 2022 beschlossen hatte. Das erfolgreichste Argument, vor allem dasjenige, das die CDU zur Einigung mit den anderen drei Parteien bewegt hat, war, dass diese innovativen Technologien die Einsparung von Steuergeldern ermöglicht.

Somit stand nicht mehr „pro oder kontra Atomkraft“ zur Debatte, sondern „für eine Senkung von Strompreisen und Steuern dank Innovationen oder für Atomkraft bei steigenden Preisen und Steuern“. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der an unserer Pressekonferenz teilnahm, stellte hierzu fest: „Unter diesen Umständen bin ich für eine Preissenkung“.

Bis jetzt stand immer die Rede, dass eine Steigerung der Tarife die Erneuerbaren Energien möglich macht, und wir haben die Menschen ermutigt, immer mehr Energie zu sparen. Diese bahnbrechenden Innovationen ermöglichen eine Senkung der Tarife (und einiger Steuerposten), die den Verbrauchern vor Augen führt, wie ineffizient Atomkraft, Kohle und Erdöl sind. Angesichts von Steuersenkungen und dank niedrigerer Kosten pro Kilowattstunde werden sie schnell diese auf fundamentalen Innovationen basierenden Erneuerbaren Energien rund um Sonne, Wind und Biogas bevorzugen.

Die Regierungen sind bankrott; wir müssen einmal über Subventionen hinaus denken, die letztendlich der Steuerzahler zu tragen hat – auf Heller und Pfennig und zuzüglich aller Zinsen, die die Banken auf diese öffentlichen Schulden erheben. Die Menschen wollen weniger Steuern zahlen, und da diese Technologien bewiesenermaßen sowohl erneuerbar als auch billiger als jede der drei herkömmlichen Energiequellen ist, möchte ich sie von der allgemeinen Wahrnehmung freisprechen, dass Grüne Energie teuer sei und für gesunde Produkte ein höherer Preis gezahlt werden muss. Daher nenne ich dies auch die Blue Economy.

Nennen Sie es Grün 2.0 oder wie sie wollen – doch es ist Zeit, radikal über alles hinaus zu gehen, was wir bisher getan haben. Im Gegensatz zu anderen nutze ich keinen Markenschutz oder Copyright, sondern arbeite „open source“ und teile diese Erkenntnisse und Strategien so frei wie möglich mit allen. Letztlich wird die Überlegenheit hinsichtlich Preis und Umweltfaktoren der auf regionaler Ebene zur Sicherung der Grundlast produzierten lokalen Energieressourcen gegenüber Atomkraft und fossilen Brennstoffen die Spielregeln auf diesem Gebiet ändern. Die Zeit ist reif, dass wir Steuersenkungen als Dankeschön anbieten können für die Nutzung der saubersten Technologien, die auf dem Markt erhältlich sind.

Das Buch „The Blue Economy“ – in dem dies beschrieben wird – ist mittlerweile in 23 Sprachen erhältlich (incl. Brailleschrift), und dank der Verständigung mit den Innovatoren sind alle dort vorgestellten Technologien für die lokale Produktion in Projekten überall auf der Welt, sei es in Bhutan, Südafrika, Japan oder Deutschland umsetzbar. Was mich letztlich interessiert, ist die Umsetzung und weniger Debatte. Daher bündeln wir inzwischen Dutzende dieser Technologien in Regionen, die politisch und gesellschaftlich daran interessiert sind. Anstatt eine Technologie als Pilotprojekt zu liefern und dann eine andere, bündeln wir 20-30 Innovationen in einem System, das nicht nur die Innovationen der Bevölkerung näher bringen, sondern auch auf dem Begriff des Glücks aufbauen. Gerade haben wir den GNH Fund in Bhutan gegründet, zusammen mit einem Portfolio von 30 Projekten, über die Sie Näheres auf www.zeri.org erfahren können.

   
19.07.2011 13:37    talk talk talk:: 0    : People      : atomkraft  gunter pauli  
 

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