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Vor zwei Wochen hat die japanische Regierung die bisher größte Investition in Solarenergie beschlossen und plant die Installation von 100 GW bis 2015.

Gunter Pauli, im September 2011

Vor zwei Wochen hat die japanische Regierung beschlossen, die bisher größte Investition in Solarenergie zu tätigen, und plant die Installation von 100 GW bis 2015. In vier Jahren ist dies mehr als das Vierfache dessen, was Deutschland in 25 Jahren installiert hat! Diese politische Entscheidung wird durch immense Kapitalaufwendungen gestützt, die die japanische Regierung und eine Reihe privater Investitionen stellen, darunter hohe Einsätze von Masayoshi Son, dem Gründer der Softbank und einer der größten Anteilseigner von Yahoo. Diese politische Entscheidung in Zusammenwirkung mit einer breiten Unterstützung durch den privaten Wirtschaftssektor und eine ausgewählte Gruppe von Unternehmern wird den größten Impuls der modernen Geschichte im Bereich der erneuerbaren Energien darstellen.
    
Gleichzeitig meldeten mehrere amerikanische Solarfirmen Insolvenz an und schlossen Produktionsbetriebe, was dem allgemeinen Abwärtstrend in den USA entspricht. Die vielbeschworene Solarindustrie, die Teil der Entwicklung zur grünen Wirtschaft und grünen Jobs war, steht nun klar unter großem Druck. In einer Pressemitteilung verkündet Solyndra – nach Veeco vor einem Monat die jüngst bankrotte Firma – , die über eine Milliarde Dollar an Risikokapital und mehr als eine halbe Milliarde Dollar an Staatsgarantien erhalten hatte, dass sie im Wettbewerb mit den größeren Rivalen aus Übersee nicht Schritt halten konnte. Die Firma behauptet, dass die Einschnitte in großzügigen Solarsubventionen in Italien als dem zweitgrößten Markt der Welt die Entwicklung von Solarprojekten ausbremsten, zu einem weltweiten Überangebot an Solarpaneelen führten und so einen Preisverfall von 25 Prozent verursachten.

Experten behaupten weiterhin, die Ursache für die Schwierigkeiten der US-Solarindustrie läge bei „Chinesischen Firmen, die Milliarden Dollar als niedrigverzinste Kredite von staatlichen Banken erhalten hatten und Zugang zu einer gut entwickelten einheimischen Lieferkette für die Solarproduktion besitzen“. Doch eineinhalb Milliarden Dollar aus Risikokapital und Staatsgarantien sind eine recht großzügige Aufwendung. Der eigentliche Grund, warum Solyndra und Veeco schließen mussten, ist die Wahl der Technologie und das Fehlen eines wettbewerbsfähigen Geschäftsmodells. In Dünnfilmzellen wird CIGS (Kupfer-Indium-Gallium-Selen) eingesetzt, das in Konkurrenz mit Cadmiumtellurid (giftiger) und amorphem Silikon steht. Auf diesem eng umgrenzten Gebiet ist CIGS tatsächlich die beste Option.

Zudem rechnete man mit dem Erfolg durch eine gefühlte Knappheit an Silizium, das die Preise erhöht und ein begrenzt verfügbares Material (Si) durch einige andere (In, Ga, Se) ersetzt hätte, die ebenfalls nicht zuverlässig verfügbar, schwer zu handhaben und energieintensiv sind. Drei Jahre später war Silizium billiger, so das die erste Prämisse nicht gehalten werden konnte. Die Chinesen hingegen sind nur um 10-20 Prozent billiger, daher sollten Effizienz und Technologie eigentlich Argument genug sein. Im Grunde jedoch konnten die Erwartungen nicht erreicht werden.

Mit der CIGS-Technologie hatten die Firmen auf das falsche Pferd gesetzt. Anstatt nach Variationen zum selben Thema zu suchen, ist es Zeit, die Spielregeln selbst zu ändern. Das Ersetzen eines Materials durch ein anderes reicht einfach nicht aus. Dünnfilmtechnologien sind zu teuer, es bleiben zu viele Herstellungsprobleme zu lösen und sie können im Wettbewerb gegen einfache und doch fundamentale Innovationen wie Solarus AB (Schweden) nicht bestehen, die Photovoltaik bündelt, Solarenergie durch Nutzung beider Seiten der Silikonplatten konzentriert (eine einfache, aber wirkungsvolle Erfindung), Wärme aus Kühlung erzeugt und Kraft und Wärme koppelt. Diese Dreifachlösung produziert bei einem Bruchteil der Kosten dreimal effizienter als die effizienteste einfache Photovoltaikanlage, seien es Wafer, Silizium, CIGS, Dünnfilm oder welcher Typ auch immer. Mit weniger als einem Prozent der Investitionen von Solyndra tritt Solarus in den Wettbewerb mit Atomkraftwerken bezüglich der kWh-Ausbeute und arbeitet nach der Philosophie der dezentralen Produktion, indem sie viele recycelte Materialien nutzt, die lokal verfügbar sind.

Hier geht es nicht nur um Technologie, sondern vor allem um ein innovatives und wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell. Somit ist es nicht richtig, die Schuld bei den Chinesen zu suchen oder in der Wette auf das falsche technologische Pferd, oder in der Beibehaltung eines veralteten Geschäftsmodells, das allein auf eine Kernkompetenz setzt und nichts weiter. Vielleicht hätte auch zuviel Geld ein Problem darstellen können. Letztendlich wird ein vermögender Unternehmer nicht viel Änderungen bewirken. Erfolg stellt sich oft bei Unternehmern ohne Geld und Erfahrungen ein, wenn sie innovative Wege in die Zukunft einschlagen mit dem, was ihnen zur Verfügung steht.

   
01.09.2011 13:31    talk talk talk:: 1    : Energy      : solarenergie  solarus  japan  
 

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  •  CoCreatr geschrieben vor 221 Tag (neutral) 
     
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    Indeed, it is about the better business model. The price per kWh and the possible payback determine whether it is viable. Before I put solar on my roof in Japan, I was looking for hybrid panels, to draw waste hear into warm water storage. Not available. When will Solarus come to Japan?

    In my case a cogeneration unit is a good choice, so that comes next. http://www.squidoo.com/home-cogener ation-in-japan
     
       
     
     
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