Haben Sie sich je gefragt, ob die Bio-Eier, die Sie teuer erstanden haben, wirklich "bio" sind? Auch wenn die Hühner artgerecht im Freiland gehalten werden, werden sie gewöhnlich mit genetisch modifiziertem Mais gefüttert. Das war sicher nicht Ihre Absicht beim Kauf der Bio-Eier!
So dachte auch Angus MacIntosch, ein ehemaliger Investmentbanker und jetzt Bio-Farmer am Westkap in Südafrika. Er bemühte sich daraufhin, artgerechtes und nicht genetisch verändertes Futter für seine über 20.000 Hühner zu organisieren und kombinierte dabei verschiedene Abfallströme in seiner direkten Nachbarschaft. Jetzt bekommen seine Hühner neben dem im Gelände verfügbaren Grünfutter und Würmern noch eine Mischung aus Bananen mit abgelaufenem Verfallsdatum aus dem örtlichen Supermarkt, Maden, die gezielt in den Abfällen des eigenen Schlachthauses gezüchtet werden (siehe Geschäftsbeispiel 2), unverkäuflichem Fisch der Fischer vor Ort, Seetang von den Stränden sowie verbrauchtem Pilzsubstrat von den Pilzen, die - ebenfalls auf der eigenen Farm - auf Kaffeeabfällen gezüchtet werden.
Tierfutter ist der entscheidende Kostenfaktor in der Viehhaltung. Angus' Konzept der Vernetzung lokaler Produktionsbetriebe ermöglicht 100% Bio-Futter zum halben Preis dessen, was Hersteller von genmodifiziertem Tierfutter verlangen. Eine bessere Ernährung für weniger Geld durch Nutzung vorhandener Ressourcen: Darum geht es in der Blue Economy.