Haben Sie sich je gefragt, wie Motoren, Räder und andere Maschinen laufen könnten, ohne durch Reibung zu verschleißen und Energie zu verschwenden? Heutzutage sind in fast allen beweglichen Bauteilen Schmiermittel und Kugellager zu finden.
In der Sahara hat sich der Sandfisch optimal angepasst. Diese Eidechse schwimmt förmlich durch den Sand, ohne dass ihre Haut durch den ständigen Kontakt mit Sandkörnern beschädigt wird. Die Lösung besteht in einer Oberflächenstruktur aus kleinen nadelförmigen Erhebungen, die zudem negativ geladen sind wie der Wüstensand. Gleich geladene Teilchen stoßen einander ab. Es scheint, dass der Sandfisch lange vor japanischen und deutschen Ingenieuren die "Magnetbahn" erfunden hat.
Prof. Dr. Ingo Rechenberg von der Technischen Universität Berlin erforscht derzeit mit seinem Team die Anwendbarkeit der biologischen Erkenntnisse auf technische Bauteile. Noch befindet sich diese Technologie im Anfangsstadium, doch wenn Forscher und Entwickler im Sinne der Blue Economy zusammenwirken, könnte in Zukunft eine Industrie entstehen, die Kugellager und Schmiermittel weitgehend ersetzt und zusätzlich Energie spart.