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Klimakonferenz in Lima

Heute endet die zweite Woche der internationalen Klimakonferenz in Lima mit einer letzten heißen Phase der Verhandlungen. Regierungsvertreter gingen Anfang der Woche davon aus, dass die Verhandlungen zäh und langsam sein würden, eine Prognose, die sich bestätigt hat. Das liegt insbesondere daran, dass einige Industrienationen ihren Kyoto-Verpflichtungen nicht nachgekommen, oder von dem Vertrag als ganzes zurückgetreten sind. Darüber hinaus hat die Einbeziehung der Entwicklungsländer die Komplexität der Verhandlungen über ein neues internationales Klimaschutzprotokoll erhöht. Nichtsdestotrotz sieht die Agenda vor, dass bis zum Ende des heutigen Verhandlungstages zumindest ein Teil des neuen internationalen Klimaschutzvertrages als Entwurf vorliegt. Dieser Entwurf wird der Nachfolger des Kyoto – Protokolls und soll nächstes Jahr in Paris unterzeichnet werden. Allerdings wird der Vertrag erst ab 2020 für die Unterzeichner bindend, weshalb die verhandelnden Regierungen klare Ziele für ihren Beitrag zum Klimaschutz zwischen 2015 und 2020 darlegen müssen.

Es muss auch geklärt werden, welches Land wie viele seiner Emissionen zu vermindern hat und wie dies kontrolliert wird. Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks setzt sich dafür ein, hierzu einen Vergleichs- und Überprüfungsmechanismus zu etablieren, der es ermöglicht, die Emissionsreduktionen zu überprüfen.

Ein weiterer Knackpunkt ist wie die finanziellen Hilfsmittel verteilt werden, die den am wenigsten entwickelten Ländern bei der Bekämpfung oder Anpassung an den Klimawandel helfen sollen. Das Problem ist, dass die Regierungen industrieller Nationen kaum Prognosen über ihre Haushaltslage in 2020 machen können und sich nicht zu einer Zahlung verpflichten wollen.

Obwohl die vereinten Nationen sich einig darüber ist, dass rund $ 100 Milliarden von der Nord auf die Südhalbkugel fließen müssen, berichtet die UNO, dass dies noch nicht genug sei. Die erfolgreiche und effektive Verteilung der monetären Ressourcen bleibt also Problempunkt auf der Agenda der Klimakonferenz in Lima. In Anbetracht der steigenden Kosten, die der Klimawandel schon jetzt erzeugt, muss bis nächstes Jahr ein Mechanismus entwickelt werden, welcher diese Kosten auf die internationale Gemeinschaft verteilt.