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Pflanze deinen eigenen Wald

Das Problem:

Die kontinuierlich ansteigende Nachfrage nach Holz als Baumaterial und Rohstoff zur Papierherstellung hat zu einer drastischen Verringerung der weltweiten Waldflächen geführt. Dabei sind Wälder essentielle Teile des Ökosystems des Planeten. Sie sind äußerst reich an Biodiversität und regulieren das globale Klima und den Wasserkreislauf. Abholzung bringt die Umwelt daher aus ihrer Balance. Sie hat negative Auswirken auf die Landwirtschaft und führt zu verstärkter Bodenersosion. Die Vereinten Nationen schätzen, dass jährlich ca. 13 Millionen Hektar Wald abgeholzt werden. Das ist äquivalent zur Größe Griechenlands. Gleichzeitig werden auch neue Wälder gepflanzt, so dass der Nettoverlust von Waldfläche ca. 89 Millionen Hektar beträgt1. Allerdings ist nicht jede Form der Aufforstung gleichbedeutend mit einem Anstieg an Biodiversität.

Große Nutzholzplantagen sind meist Monokulturen, die der Umwelt eher schaden als sie zu schützen, da sie die Balance des Ökosystems zerstören. Biodiversität ist in diesen Regionen kaum vorhanden, und oft trocknen die Gebiete aus. Ein Beisiel für besonders zerstörerische Pflanzungen sind Eukalyptusplantagen.

Die Lösung:

Der Brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado war geschockt als er sehen musste, wie sich seine Heimat während seines Lebens verändert hat. Der ehemals dichte tropische Regenwald (mata atlantica), in dem er aufgewachsen ist, hat sich zu einer Wüste ohne Leben entwickelt.

Salgado gründete die NGO Instituto Terra, mit dem Ziel, den gesamten Wald neu zu pflanzen. Obwohl das wie eine unmögliche Idee klingt, wurden in 15 Jahren über eine Millionen Bäume gepflanzt. Mittlerweile leben wieder Leoparden in der einstigen Wüste. Auf der anderen Seite der Welt, hat der preisgekrönte “forest man of India”, Jadav Payeng, 40 Jahre damit verbracht den Wald auf der Insel Manjuli aufzuforsten. Heute gibt es dort Elefanten, Rhinos und Tiger in dem 550 Hektar großen Wald. Seine Vision ist es die Erosion durch das Pflanzen von immer mehr Bäumen aufzuhalten um somit dem langsamen Verschwinden der Inseln entgegenzuwirken, und gleichzeitig eine Kokosnussindustrie aufzubauen.

Was kannst du tun:

Man muss jedoch nicht gleich in solchen Ausmaßen denken um etwas zu verändern. Der Ingenieur Shubhendu Sharma hat die Firma Afforestt gegründet, die sich darauf fokussiert, mehrstöckige Wälder auf urbanen Brachflächen zu pflanzen. Au einem Parkplatz für nur sechs Autos ist es so möglich, einen sehr biodiversen Wald mit über 300 Bäumen zu pflanzen. Er hat eine Methode entwickelt, mit der man genau bestimmen kann welche Spezies wo gepflanzt werden müssen um ein funktionierendes Ökosystem zu kreieren. Weiterhin stellt die Firma, nach Fernanalysen des Bodens, Pflanzpläne auf.

Zur Düngung können lokal anfallende organische Abfallprodukte wie Sägespäne, Kokosnussschalen oder Laub verwendet werden.

Überall, wo es Brachflächen gibt – einen Hinterhof, Parkplatz oder ungenutzte Steigung – kann ein kleiner Wald wachsen. Bevor man eine Freifläche bepflanzt, muss man natürlich klären, wem diese gehört und eine Erlaubnis einholen. Oft gehören solche innerstädtischen Flächen der Stadt selbst. Es gibt auch Organisationen wir Plant for the Planet, die Bäume gegen Spende pflanzen.

Die einfachste Methode ist, Samenbomben (seedbombs) zu benutzen. Diese kleinen Taschen sind gefüllt mit einem Samenmix und können praktisch überall hingeworfen werden um die urbane Biodiversität zu erhöhen, wenn die richtige Mischung gewählt wird. Solche Aktionen können die , Luft- und Wasserqualität zu verbessern, und in manchen Fällen sogar Lebensmittel zu produzieren.

Man muss nur überprüfen welche Spezies in der Region heimisch sind und eine Mischung zusammenstellen, die Pflanzen mit unterschiedlicher Höhe beinhaltet. So kann man seinen eigenen mehrstöckigen Wald pflanzen und damit seine Stadt grüner und sauberer machen.

Weitere Informationen (auf Englisch):

http://www.institutoterra.org/eng/

https://www.youtube.com/watch?v=HkZDSqyE1do

http://www.afforestt.com/


1 http://www.unep.org/vitalforest/Report/VFG-02-Forest-losses-and-gains.pdf


Bildnachweis: copyright Sole Perez

https://www.flickr.com/photos/103811774@N07/15279291185/in/photolist-oeEwqs-oFjWHf-oRmPv5-pQ5A2X-pBsju9-oJB94a-oeEJMb-pQjPVc-phbmWV-oUYHBK-obxk9T-pqWsPJ-pwTuFa-obxcVU-pwnkcb-pLgF6u-omm63f-op1h4o-ptUgnE-o6RQAT-oV6qGL-pfgvKV-ofmLJt-pPW9g7-p19FyH-pRZcYE-pmyPva-oTy6Su-oZodcC-ooujSP-pDd3n5-q3QfyR-q1NsMu-pVVTbz-pL4zz1-p8AD5F-oQqdKL-oxHBC7-p5pamR-pmEGk6-oUC5JJ-pp3p4i-oQq9Kk-pEhUQA-pdhWFc-oNPLKc-pgTKSn-pg8mMn-p11avM-p3nRxx