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Blue Economy Hosts Innovative Project Week on Sustainability

Blue Economy veranstaltet innovative Projektwoche

Neuartige, übertragbare und fächerübergreifende Projektwoche mit dem Thema „Energieautarkes Klassenzimmer“ an Berliner Schule 

Ende September 2012 führte die gemeinnützige Organisation ZERAP im Rahmen ihrer Kampagne „Blue Economy®“ eine neuartige, übertragbare und fächerübergreifende Projektwoche mit dem Thema „Energieautarkes Klassenzimmer“ an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) durch.

Begeistert erklärt die 14-jährige Schülerin Lydia das Funktionsprinzip ihrer selbstgebauten Klassenraum-internen Kläranlage. Darin wird Schmutzwasser gereinigt, indem es durch verschiedene Schläuche und Gefäße mit Sedimenten und Schilfpflanzen in ein selbstgebautes Aquarium fließt und erneut in das System gepumpt wird. Diese Technologie ist nur eine von mehreren, die die Schüler der Inklusions- und Verbundsklasse IV der Klassenstufen 7-9 innerhalb der Projektwoche selber gebaut haben und die dazu beitragen, den Klassenraum energieunabhängig zu gestalten.

Die Idee zu dem Projekt entstand durch die langjährige Kooperation mit der Schule, den NaWi-Unterricht derart umzugestalten, dass Strukturen geschaffen werden, in denen Schüler eigene Wege des Wissenserwerbs durchlaufen, Kompetenzen entwickeln und ihre individuellen Fähigkeiten entfalten können. Das geschieht, indem die Kinder eigenständig, experimentierend und erfahrungsgebunden arbeiten und die Methoden Lernen durch Lehren und Lernen durch Engagement vor dem Hintergrund anwenden, dass in der Naturwissenschaft alles verbunden ist. Darüber hinaus sollte die Projektwoche den Schülern ermöglichen, Lernen als einen Freude machenden, kreativen und inspirierenden Prozess zu erleben. Weitere Ziele der interdisziplinären Projektwoche waren, die Schüler für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und für fachbezogene Berufe zu inspirieren. Auch sollten die Schüler ihre Scheu vor der Marke Eigenbau verlieren. Der fächerübergreifende Mix aus Theorie, Experimenten, Vorträgen und Praxis sollte zudem den Lernerfolg steigern.

Am Montag und Dienstag bearbeiteten die Schüler speziell für die Projektwoche zusammengestellte fächerübergreifende Lerninhalte. Sie teilten sich dazu in die vier Gruppen Klimawandel, Wasser & Pflanzen, Solar & Elektrizität und Energieumwandlung auf und führten jeweils kleine Experimente zur Festigung des Wissens durch. Als Abschluss dieser Theoriephase gaben die Schüler ihre Lernergebnisse an ihre Klassenkameraden gemäß dem Lehrprinzip Lernen durch Lehren vor.

Am Mittwoch startete die Praxisphase mit Vorträgen von Fachleuten, um die Schüler für Berufe zu inspirieren und die behandelten Themen zu vertiefen. Anschließend begannen die Schüler teilweise unter Anleitung der Fachleute mit dem Bau der Technologien. Die Arbeiten wurden besonders unterstützt von dem Solarfachmann Thomas Stodder von EB-Solarled sowie von dem Physiker und Innovator Moritz von Buttlar, der die Idee der LED-Lampen aus alten Getränkedosen entwickelt hat.

Neben dem Wasserreinigungssystem entstand ein Klassenraum-eigenes 12-Volt-Stromnetz mit Batterie, Laderegler und diversen Anschlüssen. Gespeist wird es mit Solarmodulen auf dem Schuldach. Außerdem haben die Schüler eine neue 12-Volt-Raumbeleuchtung durch LED-Deckenlichter und selbstgebaute LED-Leselampen aus wiederverwerteten Getränkedosen, sowie einen Stromgenerator aus einem alten Fahrrad und Teilen vom Schrottplatz gebaut. Die Schüler dämmten auch die brüchigen Altbaufenster so gut es ging mit Isolierfolien und Gummidichtungen, die freundlicherweise von tesa gesponsort wurden, und arbeiteten Energiespardefizite und -maßnahmen für den Klassenraum heraus.

Bei der Projektwoche handelte es sich um ein Pilotprojekt. In den nächsten Schritten wird das Konzept durch die Schüler selbst überarbeitet und auf andere Klassen und Schulen übertragbar gemacht, damit auch andere von dieser innovativen Lehreinheit profitieren.

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Bildung für eine nachhaltige Entwicklung mit der Blue Economy

In Berlin ist in Kooperation mit der Blue Economy ein übertragbares Lehrkonzept für den naturwissenschaftlichen Bereich entstanden. 
Nur 16 % der Pädagogen fühlen sich „gut“ oder „sehr gut“ für den naturwissenschaftlichen Unterricht qualifiziert. Laut Professor Dr. Jörg Ramseger (Erziehungswissenschaftler und Leiter der Arbeitsstelle Bildungsforschung Primarstufe an der FU Berlin) wird die Lust der Kinder am Forschen von der Grundschule an nicht mit hinreichend anspruchsvollen Lernangeboten gefördert. „Bildung beginnt mit Neugierde“, meint Prof. Peter Bieri. Heranwachsende sollen schon früh für naturwissenschaftliche Fächer begeistert werden, sonst reizen sie diese auch später meist nicht mehr.An der Evangelischen Gesamtschule Berlin Zentrum (esbz) ist in Kooperation mit der Blue Economy ein übertragbares Lehrkonzept für den naturwissenschaftlichen Bereich entstanden.

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum (esbz) gründete sich mit dem Anspruch einer Reform-Schule mit radikalem Wandel der Lernkultur. Als Schule in freier Trägerschaft hat sie zum Ziel, mit Blick auf zukunftsfähige Entwicklungen beispielgebend zu sein. Die Schule sieht sich den Herausforderungen der AGENDA 21 in besonderer Weise verpflichtet. Darum heißt sie „AGENDA-Schule“.

Die Motivation des Teams um Mandy Voggenauer, Lehrerin für Naturwissenschaften an der Schule, basiert auf aktivem und kooperativem Lernen, sowie kreativem und kritischem Denken. Lehrer übernehmen die Rolle des Moderators im Lernprozess, indem sie Kinder ermutigen, Fragen zu beantworten, zu einem Ergebnis zu kommen und eigenständig Lösungen zu finden.

Jetzt, nach einer einjährigen Pilotphase, liegen die ersten multiplizierbaren Ergebnisse vor, die auf weitere Schulen übertragen werden können.

Im ersten Schritt erarbeiteten sich die Schüler über Märchen von Gunter Pauli neue Sichtweisen, um zu erkennen, wie in der Naturwissenschaft alles verbunden ist. Diese Märchen unterstützen das systemische Denken und emotionale Intelligenz, das Erkennen eigener Stärken und Schwächen sowie diejenigen anderer Menschen. So werden Unterschiedlichkeiten erkannt, respektiert, Emotionen gesteuert und umsichtig mit anderen agiert. Dies sind wichtige Schlüsselfähigkeiten im Leben der Kinder, die es ihnen ermöglichen, harmonische Beziehungen zu sich selbst, zu anderen und zu ihrer Umwelt aufzubauen und zu leben.

Aufbauend auf die Märchen starten diverse Praxisprojekte wie die Herstellung von Dünger und Erde aus Speiseabfällen, Pflanzenzucht, Energiegewinnung, Fluggeräte und vieles mehr, durch die die Schüler die gewonnen Erkenntnisse in der Praxis nachvollziehen können.

Durch diese offene Struktur kamen sehr schnell gesellschaftspolitische Fragen auf. Wo kommen unsere Lebensmittel heute her? Warum ist die Nutzung der Ressourcen auf der Erde so ineffizient? Was kann jeder Einzelner dazu beitragen, um im Kleinen Veränderungen zu beginnen? So sollen die Schüler den Stoff und die Hintergründe besser verstehen und verinnerlichen. Denn: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben“ (Edward Frederick Lindley Wood).

Beim ersten Eltern-Campus stellten die Schüler beeindruckend unter Beweis, was es heißt, Wissen als Selbstverständnis der eigenen Meinung zu präsentieren und mit den Eltern in einen fachlichen Diskurs zu treten.

Zeitgleich darf aber auch nicht der eigentliche Lernstoff aus den Augen verloren werden. „Ich achte immer darauf, Rahmenplaninhalte in Projekte zu integrieren und den Kindern dadurch nicht weniger zu geben, sondern noch ein Sahnehäubchen draufzusetzen“, so Mandy Voggenauer.

Jetzt geht das Projekt an der Evangelischen Gesamtschule Berlin Zentrum in seine nächste Stufe und wird diesen Sommer eine ganze Projektwoche lang den Gedanken der Blue Economy und der Naturwissenschaft mit dem Basisunterricht verknüpfen.

In Theorie und Praxis werden die Schüler auch hier wieder für Nachhaltigkeit sensibilisiert, aber auch gleichzeitig an verschiedene Berufsbilder herangeführt.

Die Projektwoche „Autarkes Klassenzimmer“ ist ein übertragbares und fächerübergreifendes Lehrkonzept, das Schüler durch seine Interdisziplinarität über den Unterrichtsrahmen hinaus begeistern soll. Die Schüler lernen anhand eines systemischen Themas implizit Fächerinhalte aus Deutsch, Englisch, Mathematik, NaWi und NG (Natur & Gesellschaft).

Markus Haastert, Vorsitzender des Vereins ZERAP Deutschland und der Blue Economy, ist zum festen Engagementpartner der esbz geworden. Die Schule könnte somit zur Pionierschule werden, „an der aus dem ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich visionären Konzept ein Lernbaustein für die nächste Generation wird“, so die Schulleiterin Margret Rasfeld.

 

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